Monheim am Rhein liegt zwischen Köln und Düsseldorf – und mittendrin in einer Landschaft, die weit mehr erzählt als die bekannten Rheinpromenaden. Alte Flussläufe, Auen und historische Mauern liegen oft nur einen Spaziergang oder eine kurze Weiterfahrt entfernt. Acht Orte zeigen, wie abwechslungsreich die Region rund um Monheim ist und worauf man beim Erkunden achten sollte.
Direkt vor der Haustür: Baumberger Aue
Für Monheimerinnen und Monheimer ist die Baumberger Aue der naheliegende Einstieg in die Geschichte der Rheinlandschaft. Feuchte Wiesen, Pflanzenbestände und Spuren früherer Flussläufe prägen das Gebiet. Zusammen mit dem Urdenbacher Altrhein stehen besonders wertvolle Flächen unter Naturschutz.
Hier geht es weniger um eine einzelne Sehenswürdigkeit als um den Wechsel zwischen offener Landschaft und den Relikten des alten Rheins. Ein Spaziergang in der Umgebung lässt sich mit einem Besuch des historischen Monheimer Stadtkerns verbinden. In geschützten Bereichen bleiben Besucherinnen und Besucher auf den vorgesehenen Wegen.
Meerbusch: zwei unterschiedliche Seiten des alten Rheins
Ilvericher Altrheinschlinge
Die rund 330 Hektar große Ilvericher Altrheinschlinge macht sichtbar, wie der Rhein die Region geformt hat. Der Flussbogen ist heute verlassen, aber im Landschaftsbild weiterhin erkennbar. Feuchtwiesen, Schilf, alte Bäume und landwirtschaftlich geprägte Flächen wechseln sich ab; das Gebiet bietet Lebensräume für Pflanzen, Vögel und Amphibien.
Wer hier unterwegs ist, findet keine inszenierte Attraktion, sondern eine stille Kulturlandschaft. Die Erkundung erfolgt von öffentlich zugänglichen Feldwegen aus. Einzelne wertvolle Biotope sind nicht öffentlich zugänglich.
Nierster Spey
Im Norden von Meerbusch liegt die Nierster Spey, eine geschützte Auenlandschaft mit Wiesen, Röhricht und naturnahen Bereichen am Rhein. Pappeln, ruhige Uferabschnitte und offene Flächen bieten zahlreichen Vogelarten Lebensraum. Statt einer großen Sehenswürdigkeit steht hier die Landschaft selbst im Mittelpunkt.
Die Nierster Spey lässt sich nicht mit dem Auto direkt erschließen. Nutzen Sie öffentliche Wege, halten Sie Abstand zu den geschützten Bereichen und stören Sie Vögel besonders während der Brutzeit nicht.
Urdenbacher Kämpe: Auenlandschaft mit eigener Dynamik
Im Süden Düsseldorfs liegt die rund 316 Hektar große Urdenbacher Kämpe. Alte Kopfweiden, Feuchtwiesen, Auwälder und Streuobstwiesen bestimmen das Bild. Ein ehemaliger Rheinarm erinnert an frühere Flussläufe. Bei hohen Wasserständen werden Teile des Gebiets überflutet – ein natürlicher Vorgang, der zu einer Auenlandschaft gehört.
Haus Bürgel mit seiner bis in die Römerzeit zurückreichenden Geschichte kann als Ausgangspunkt für einen Spaziergang auf ausgewiesenen Wegen dienen. Bei Hochwasser können Wege unpassierbar sein. Prüfen Sie die Bedingungen, bevor Sie Ihre Route planen.
Geschichte erleben: Zons und Kloster Knechtsteden
Dormagen-Zons
Die mittelalterliche Stadtbefestigung von Zons ist ungewöhnlich gut erhalten. Türme, Tore, Mauern und enge Gassen erinnern an die frühere Bedeutung des Ortes als Zollfeste am Rhein. Der Fluss war über Jahrhunderte ein wichtiger Handelsweg; wer den Schiffsverkehr kontrollierte, hatte wirtschaftlichen Einfluss.
Ein Rundgang durch die kleinen Seitengassen und entlang der Stadtmauer eröffnet andere Perspektiven als ein Besuch nur auf den Hauptstraßen. Zons kann insbesondere außerhalb von Veranstaltungszeiten ruhiger sein.
Kloster Knechtsteden
Die Klosteranlage bei Dormagen verbindet Baugeschichte mit einer ländlich geprägten Umgebung aus Feldern, Höfen und Waldgebieten. Ihre Geschichte reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Besonders die romanische Basilika ist ein bedeutendes historisches Bauwerk der Region.
Wer Architektur und Natur verbinden möchte, kann den Besuch der Anlage mit einem Spaziergang in der Umgebung kombinieren. Für den Besuch der Basilika sollten die aktuellen Zugangszeiten beachtet werden.
Wald und ehemalige Rheinlandschaften in Köln und Bonn
Worringer Bruch
Im Norden Kölns liegt ein Bruchwald auf einer früheren Rheinschlinge. Vor etwa 8.000 Jahren verlief hier ein Rheinarm; später wurde die Flussschlinge vom Hauptstrom abgeschnitten und verlandete weitgehend. Heute umfasst das geschützte Gebiet rund 164 Hektar mit Auwäldern, feuchten Senken und Schilf. Spechte, Eulen und Amphibien gehören zu den dort vorkommenden Tieren.
Der Worringer Bruch ist kein frei zugänglicher Abenteuerwald. Bleiben Sie auf ausgewiesenen Wegen, etwa dem Senfweg, dem Erdweg oder der Verbindung vom Bruchweg zum Weg Am Blutberg.
Ennert bei Bonn
Wer die Natur rund um Bonn nicht nur mit dem Drachenfels verbindet, findet östlich des Rheins im Ennert eine waldreiche Alternative. Als nördlicher Ausläufer des Siebengebirges ist das Gebiet von Buchenwäldern, Bachtälern und Spuren früherer Steinbrüche geprägt. Wanderwege führen zwischen Oberkassel, Holzlar und den umliegenden Ortsteilen durch eine abwechslungsreiche Landschaft.
Feste Schuhe sind sinnvoll. Informieren Sie sich vorab über ausgewiesene Wanderwege und erkunden Sie ehemalige Steinbruchbereiche nicht ungesichert.
Gut vorbereitet unterwegs
- Wasserstände beachten: Rheinauen können bei Hochwasser teilweise überflutet oder unpassierbar sein.
- Passendes Schuhwerk wählen: Naturwege können uneben oder schlammig sein.
- Auf den Wegen bleiben: Das schützt sensible Lebensräume und erleichtert die Orientierung.
- Tiere nicht stören: Besonders in Vogelbrutzeiten Abstand halten.
- Mit Ruhe erkunden: An diesen Orten steht häufig nicht ein einzelner Aussichtspunkt, sondern die Landschaft und ihre Geschichte im Vordergrund.
Rheinland entdecken – ohne weit zu fahren
Die acht Ziele zeigen unterschiedliche Facetten der Region: In der Baumberger Aue und den Meerbuscher Altrheinlandschaften prägt die Natur den Ausflug, während Zons und Kloster Knechtsteden Geschichte greifbar machen. Der Ennert und der Worringer Bruch ergänzen das Bild um Wald und frühere Flussläufe.
Für Monheim ist die Baumberger Aue der direkteste Zugang zu dieser Vielfalt. Wer etwas weiter hinausfährt, entdeckt, wie eng Natur, Siedlungsgeschichte und der wechselnde Lauf des Rheins miteinander verbunden sind. Vieles lässt sich zu Fuß erleben – vorausgesetzt, Wege und Schutzgebiete werden respektiert.